Was meine Arbeit trägt
Diese Gesamtheit sucht auf ganz eigene Weise nach Ausdruck – und genau hier begegnet mir die Kreativität. Was mich persönlich zutiefst begeistert, ist die Fähigkeit des Menschen, sich auszudrücken. Selbst wirksam zu sein. Singen, Musizieren und Malen sind für mich ureigene, uralte Fähigkeiten, die weit über Sprache hinausreichen – ein ursprüngliches und vorsprachliches Verbunden sein, welches über Zeit und Raum hinaus wirkt. Kreativität in ihrer Lebendigkeit ist es, die mich als Mensch formt und wirksam werden lässt: die Fähigkeit, in diese Welt hineinzuwirken und sie zum Positiven zu verändern. Für mich ist das eine Praxis des Herzens. Ich lebe sie in Malerei, Musik, in der Natur und vor allem in der Begegnung mit Menschen – und auch hier ist der Atem mein unaufhörlicher Begleiter, der mich durch diese Momente führt und leitet.
Im Kern
So unterschiedlich Zen, Kreativität und Atemarbeit als Wege erscheinen mögen, eint sie für mich ein gemeinsamer Kern: die Einfachheit. Nicht als Verzicht, sondern als Lebenspraxis, die den Wert des Grundlegenden erkennt. Ich nenne es gerne "einfach so sein": die Dinge so zu sehen, wie sie sind, ohne sie mit dem Intellekt zu zerlegen.
Aus dieser Haltung heraus ist mir vor allem eines wichtig: die menschliche Erfahrung an sich anzuerkennen – ohne Flucht in spirituelle Höhen. Der Körper im Hier und Jetzt ist für mich der Weg zu wahrer Verkörperung, nicht etwas, das es zu überwinden gilt. Ich vertraue auf die eigene innere Intelligenz – die Intelligenz des Körpers. Alles darf zu seiner Zeit geschehen, sanft und liebevoll mit sich selbst. Das Leben ist kein Wettbewerb – jede Erfahrung verdient Wertschätzung, genau so, wie sie ist.